Costa Rica - Reisebericht von Judith Grahl

 

COSTA RICA – Eine Rundreise mit Kind und Flexi -Voucher im Juni 2008

 

Hannah und Judith Grahl in Talamanca, Karibikküste

Vom 28.05. – 17.06.2008 waren mein Mann, meine gerade ein Jahr alt gewordene Tochter Hannah und ich in Costa Rica.

Lange Zeit haben wir überlegt, ob so eine Fernreise mit einem Kind in diesem Alter überhaupt  Sinn macht. – Der lange Flug, die wechselnden Hotels und unsere Hannah, die mit großer Bevorzugung alles was sie greifen konnte in den Mund steckte. Die gesundheitliche Versorgung, die in allen Reiseführern gelobt wird, hat uns allerdings schon früh ein Gefühl von Sicherheit vor Ort gegeben. Kurzum haben wir uns für eine Beratung bei einer Reisemedizinerin in Köln entschieden. Die Impfstelle im Globetrotter von Köln bietet Beratung und Impfung ohne vorherige Terminabsprache auch samstags an. Genial, wir mussten kaum warten und wurden hier dazu ermutigt unsere Reise mit Kind anzutreten. Einzige empfohlene Impfung, vor allem für Hannah, war Hepathitis A, die wir sogleich alle drei bekamen. Den Ausflug ließen wir mit einigen Einkäufen im Globetrotter, wie Moskitonetz, Mückenspray etc. ausklingen und bekamen so zum ersten Mal richtige Vorfreude auf unsere Reise.

Gebucht haben wir vorab natürlich den Flug, einen Transfer zum ersten Hotel, einen Mietwagen und die nötigen Hotelübernachtungen.

 

Das Hotel Britannia in San José.

28.05.08 Die Anreise

Unsere Reise beginnt mit dem ICE von Köln nach Frankfurt. Ein freundlicher Schaffner zeigt uns im Zug das Familienabteil , welches über viel Platz, einen großen Tisch und eine Spielecke verfügt. Zu unserem Glück bekommen wir hier noch einen freien Platz, da wir vorab nicht reserviert haben. Für Hannah ist schon jetzt alles ganz spannend, sie guckt aus dem Fenster, flirtet mit allen Mitreisenden und ist auch ansonsten bester Laune. Am Frankfurter Flughafen checken wir direkt ein, um unser Gepäck los zu werden. Wir sind viel zu früh, aber es gibt wohl kaum etwas stressigeres, als wenn man seine Reise mit zu wenig Zeit beginnt. Den Buggy dürfen wir mit zum Gate nehmen und können dank Hannah um 23:00Uhr als erstes in die Maschine steigen. Der Druckausgleich scheint für Hannah kein Problem zu sein, wir geben ihr während des Starts etwas zum Trinken und kurze Zeit später, denn wir haben einen Nachtflug gewählt, ist Hannah auf meinem Schoss eingeschlafen. Eine nette Stewardess baut uns die Babytrage auf in der Hannah zu unserem großen Erstaunen bis zum nächsten Morgen durch schläft. Die beständigen Motorengeräusche des Fluges scheinen eine beruhigende Wirkung zu haben, denn Hannah ist eigentlich ein Kind, das nachts gerne öfter wach wird. Den Babysitz sollte man unbedingt vorab reservieren, denn auch wenn das Kind nicht darin schläft, verspricht der zusätzliche Platz mehr Beinfreiheit.

Nach einer Zwischenlandung in Santo Domingo, die leider über zwei Stunden dauert, landen wir früh morgens in San Jose.

Zum Glück haben wir hier einen Transfer gebucht, denn wir sind alle sehr müde und wollen  schnell und unkompliziert in unser Hotelzimmer. Ein deutschsprachiger Reiseleiter erwartet uns, übergibt uns im Auto die Reiseunterlagen und begeistert uns durch viele Tipps für unsere Reise vor Ort. Zu den Unterlagen bekommen wir aber auch Kartenmaterial, Hotelbeschreibungen mit Bewertungen und Telefonnummern.

Im Hotel Britannia begegnet uns zum ersten Mal die Kinderfreundlichkeit der Ticos. Hannah ist ein wahrer Anziehungspunkt, sie bekommt von jedem ein Lächeln und auch wenn wir hier nur eine Nacht verbringen, so bin ich mir sicher, dass nach unserer Abreise jeder Mitarbeiter weiß, dass unser Kind Hannah heißt und bald ein Jahr alt wird.  Ein Babybett, wie auch in fast allen folgenden Hotels, wird ohne unsere Nachfrage angeboten.

In San Jose regnet es leider heftig bei unserer Ankunft, so dass wir von der Stadt eigentlich kaum etwas sehen und uns nur im Hotel ausruhen. Der starke Regen, der an der Pazifikküste sogar für Überschwemmungen gesorgt hat, bestärkt uns in dem Entschluss als erstes an die Karibikküste zu fahren. Problemlos können wir hier am Automaten Geld abheben, neben dem Costa-Rica- Colones auch Dollar.

 

Fischerboot in Puerto Viejo de Talamanca.

30.05. – 04.06.2008 Karbikküste /  Puerto Viejo de Talamanca / Cahuita

Nach einem angenehmen Frühstück wird uns morgens der Mietwagen zugestellt. Zusätzlich bekommen wir hier auch ein Handy, dass uns die Möglichkeit gibt, telefonisch vorab Hotelverfügbarkeiten zu klären oder auch im Notfall jemanden zu erreichen. Das Hotel Britannia liegt genial, wenn man von hier aus auf die Autobahn möchte und den Stadtverkehr meiden will, denn schon nach zwei Minuten erreichen wir hier die Autobahnauffahrt. Der für Hannah mitgelieferte Kindersitz würde mit Sicherheit nicht den hohen deutschen Sicherheitsansprüchen gerecht werden, macht aber auf uns einen guten Eindruck und Hannah scheint sich wohl zu fühlen. Für die Autobahn muss eine, wenn auch sehr geringe (umgerechnet ca. 50Cent ) Gebühr gezahlt werden. Und dann bin ich absolut überrascht, dass in Costa Rica so langsam gefahren wird. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80km/h erreichen wir Puerto Viejo de Talamanca erst nach ca. vier Stunden. Was ich zunächst bestöhne, weiß ich allerdings schon nach kurzer Zeit zu schätzen, denn wir durchqueren auf unserem Weg an die Karibikküste den Braulio Carrillo Nationalpark und da kann man wohl gar nicht langsam genug fahren, wenn man vom Auto aus, die unglaubliche Landschaft zu genießen versucht. – Üppige Grüntöne, dichter Regenwald, weite Ausblicke, sogar einige Wasserfälle vom Auto aus sichtbar, lassen mich langsam begreifen, dass wir angekommen sind in Costa Rica und uns viele Naturerlebnisse bevorstehen!

Hannah ist zum Glück noch müde und wird auch auf den letzten Kilometern nicht wach, obwohl es ziemlich ruckelt, da die letzte Strecke nach Puerto Viejo aus Schotterstrasse mit tiefen Schlaglöchern besteht.

In Talamanca haben wir uns für das Hotel ``Cariblue`` entschieden, da das Hotel einen Pool im Schatten hat, der auch für kleine Kinder gut genutzt werden kann. Leider können wir hier aber nur eine Nacht bleiben und müssen später in Talamanca noch einmal umziehen.

Auch hier werden wir freundlich begrüßt, Hannah will sogleich wieder alles entdecken und wird von allen bestaunt. Die Lodge besteht aus einem großen Raum in karibischem Flair, einfach und sauber. Bei unserer Ankunft bin ich aber viel mehr von den Dschungelgeräuschen beeindruckt, in der Dunkelheit anfangs schon fast unheimlich, gehören sie später wie selbstverständlich zu unserer Zeit in Costa Rica dazu. Es ist wahnsinnig heiß, die Sonne scheint und wir beschließen Hannah als erstes das Meer zu zeigen, bevor es ohne Dämmerungsphase schlagartig um sechs Uhr dunkel wird.

 

Strand in Cahuita.

Vom Hotel ``Cariblue`` aus ist man in zwei Minuten am Strand.- Was für ein Anblick, weißer Sand, türkisfarbenes Wasser umrahmt von dem üppigen Grün der Palmen. Mir war nicht bewusst, dass in Costa Rica alles so nah beieinander ist. Am Punta Uvita Strand entdecken wird sogar einen Brüllaffen. Aber vorerst ziehen wir Hannah aus und gehen mit ihr zum Wasser. Sie krabbelt dem Meer entgegen, unbeeindruckt der leichten Wellen und ich glaube wir werden nie vergessen, wie sie hier vor Freude im Wasser jauchzt . Überhaupt hat sie bislang die Reise problemlos mitgemacht. Die Möglichkeit ständig Neues zu entdecken, scheint für sie das Wichtigste zu sein. Abends gehen wir in Talamanca essen und sehen uns den Ort an. Überall läuft Reggae Musik, viele junge Menschen, man fühlt sich leicht und frei.

Das Essen ist sehr gut, empfehlen kann ich das Tamara Restaurant , da man hier landestypisches Essen, wie z.B. Arroz Con Pollo ( Reis mit Hühnchen) bekommt. Zum Frühstücken, vor allem für jemanden der gerne viel Frucht mag, das ``Kire`` Restaurant. Beide Häuser liegen direkt auf der Hauptstrasse, aber da Talamanca ohnehin ein kleiner, sehr ursprünglicher Ort ist, ist eigentlich alles sehr gut zu finden.

Nach einem wirklich guten Frühstück im `` Cariblue``, man muss Reis mit Bohnen und alle möglichen Früchte mögen, ziehen wir für die nächsten Tage in das Hotel ``Escape Caribeno``, das zwar keinen Pool hat, dafür aber direkt am Ort liegt. Die auch hier einfache, aber saubere Lodge besitzt auch einen Kühlschrank. Wir beschließen für ein paar Tage zu bleiben, denn schon längst hat uns die Karibikküste gefesselt und wir wollen hier eigentlich gar nicht mehr weg. Die Tage verbringen wir am Strand, im Ort und kommen zur Ruhe. Hannah badet meist in einem kleinen Wasserloch unter einer Palme, da sie so am besten von der starken Sonne geschützt ist. Wir werden viel angesprochen, die kleinen Ticos suchen am Strand und im Wasser die Nähe zu Hannah. Unglaublich wie schnell man überall mit den Menschen ins Gespräch kommt, wenn man mit einem kleinen Kind unterwegs ist. Im Gegensatz zu meinem Mann spreche ich leider kein spanisch, bin aber verwundert, wie gut die Verständigung trotzdem klappt. Die Ticos scheinen verrückt nach Kindern zu sein, eine Freundlichkeit, die ich aus Deutschland in diesem Maße überhaupt nicht kenne.  Überall in Costa Rica bekommt man gute Babynahrung, allerdings meistens mit Zucker enthalten. Hannah verträgt aber auch die einheimischen Früchte, so dass sie viel Bananen, Mangos und Melonen isst. Da das Essen in Costa Rica nicht so stark gewürzt wird, kann sie häufig bei uns mitessen. Die Pampers sind sehr gut, aber etwas teurer als in Deutschland.

Bevor wir die Karibikküste verlassen, fahren wir noch für zwei Nächte nach Cahuita, wo wir in der Suizoloco Lodge, abseits vom Ort gelegen, übernachten. Diese Anlage ist sehr komfortabel, unter schweizerischer Leitung und besitzt einen sehr schön angelegten Garten mit Pool. Obwohl der Strand in Cahuita etwas dunkler als in Puerto Viejo ist, ist es auch hier unglaublich schön. Cahuita besitzt einen gleichnamigen Nationalpark. Ein leicht begehbarer Weg führt um die Halbinsel vom Ort Cahuita bis zum Eingang Puerto Vargas entlang. Mit etwas Glück sieht man hier Affen und Faultiere. Aber auch die bunten Schmetterlinge und die zahlreichen Vögel begeistern. Wir entdecken einen Rotstirnamazon und sehen mitten im Ort die erste Schlange, die aber bei unserem Eintreffen direkt verschwindet.

An unserem zweiten Tag machen wir einen Ausflug zu einer Iguana Farm, einer kleinen Leguan-Aufzucht der Keköldi –Indianergemeinschaft. Ziemlich versteckt, finden wir die kleine Farm erst nach ca. einer Stunde. Ich nehme Hannah auf den Arm, da wir uns etwas tiefer im Dschungel, auf nicht gepflasterter Strasse bewegen. Eine Indianerfrau und fünf kläffende Hunde kommen uns entgegen. Am Boden entdecke ich grüne und rote Giftpfeilfrösche, die ersten, die wir in Costa Rica sehen ! Die Leguane können in ihren kleinen Gehegen bestaunt werden. Nachdem ich eine Schlange im Baum entdecke fühle ich mich mit Hannah irgendwie nicht mehr so sicher und  behalte sie vorsichtshalber auf dem Arm. Die Indianerfrau scheint verschwunden zu sein. Wir machen einige Fotos und begeben uns dann auf den Heimweg zur Suizoloco Lodge.

 

Flussfahrt auf dem Sarapiqui.

04.06. – 06.06.2008 Puerto Viejo de Sarapiqui

Um die Fahrtzeiten wegen Hannah möglichst kurz zu halten, haben wir uns auf dem Weg zum Vulkan Arenal für einen Stopp in Puerto Viejo de Sarapiqui entschieden. Vorbei an zahlreichen Plantagen erreichen wir unsere geplante Unterkunft `` La Quinta de Sarapiqui`` nach ca. drei Stunden. Empfehlenswert ist es bei solchen Fahrten für ein gutes und günstiges Mittagessen in einem der überall vorhandenen Sodas zu speisen. Guten Reis mit Bohnen, Fleisch, Hühnchen oder Fisch bekommt man fast überall für umgerechnet ca. drei EUR. Unsere neue Unterkunft ist ebenfalls eine Lodge, bestehend aus einem Zimmer mit Terrasse und Hängematte.  Da das Restaurant im `` La Quinta de Sarapiqui `` sehr gut ist, abends wird hier meistens gegrillt, essen wir dort an beiden Tagen. Der hoteleigene Spielplatz ist leider ziemlich heruntergekommen, dafür beeindruckt uns hier aber der angelegte Garten.

Den gesamten Nachmittag sitzen oder spazieren wir im Garten und entdecken zahlreiche Tiere, wie Giftpfeilfrösche, Basilisken, Geckos, zahlreiche Vögel und viele bunte Schmetterlinge im angelegten ``Butterfly Garden ``. Wir sind so fasziniert,  dass wir Hannah im Kinderwagen fast vergessen, immer auf der Lauer nach neu zu entdeckenden Tieren, die sich vor allem dann zeigen, wenn man ruhig auf einer der vorhandenen Sessel Platz nimmt. Die Kaimane, die sich angeblich in einem kleinen ebenfalls hoteleigenen Teich befinden können wir aber leider nicht entdecken. Wir sind begeistert und verbringen auch einen Teil des Folgetages im Garten. Außerdem ist zu erwähnen, dass im Hotel viele Nachschlagewerke vorhanden sind, in denen man viel über die dortige Natur/-und Tierwelt erfährt. Ebenfalls gibt es eine kleine Insektenausstellung `` Jewels of the rainforest``, die kostenlos besichtigt werden kann. Es lohnt sich also auf jeden Fall hier mindestens einen Tag einzuplanen !

Am nächsten Morgen entscheiden wir uns für einen kleinen Ausflug. Eine Flussfahrt auf dem Sarapiqui wurde uns bei der Einreise in Costa Rica empfohlen. Schnell machen wir in Puerto Viejo das zuständige Touristenbüro ausfindig und buchen für ca.15EUR p. Pers. eine Tour auf dem Sarapiqui. Genial, jetzt wird uns bewusst, wie gut es ist, dass wir in der Nebensaison reisen. Abgesehen von einem Pärchen, sind wir an Bord die einzigen Gäste. Der Fahrer nimmt sich fast zwei Stunden Zeit für uns und wir sind uns sicher, dass wir nur dank ihm so  viele Tiere entdecken können, da die Tarnung meistens so gut ist, dass die Tiere für uns Europäer nicht sichtbar sind. Wir fotografieren und staunen und genießen den leichten Wind in der Hitze. Zu sehen bekommen wir inmitten einer traumhaften Flusskulisse Brüllaffen, Kapuzineraffen, einen Kaiman, Fledermäuse, viele Vögel und sogar ein Faultier.

Da wir am nächsten Tag weiter zum Arenal reisen möchten bleibt uns leider keine Zeit mehr eine der Plantagen zu besichtigen.

 

Blick auf den Vulkan Arenal.
Thermalbad im Hotel Arenal Paraiso.

06.06.- 08.06.2008 Arenal

Die Fahrt von Puerto Viejo de Sarapiqui bis Arenal dauert eigentlich ca. vier Stunden, wenn man aber wie wir eine Abfahrt auf dem schlecht beschilderten Weg verpasst, kann es auch sechs Stunden dauern. Wie immer machen wir in einem landestypischen Soda einen langen Stopp und sind froh, als wir endlich unser Hotel in  La Fortuna erreichen .Das ``Arenal Paraiso`` Hotel liegt in bester Lage, um den Vulkan zu sehen. Eine Nebelwand hält den Vulkan allerdings fast die ganze Zeit versteckt, so dass wir ihn, abgesehen von einer kurzen Ausnahme, nur erahnen können. Während der zwei Tage am Arenal ist es fast nur am regnen. Wir entspannen und genießen die schöne Hotelanlage, deren Thermalbecken angenehm warm sind. In kleinen Löchern hat man, auch hier kommt uns wieder die Nebensaison zugute, fast immer einen kleinen Pool für sich allein. Hannah genießt das warme Wasser und ist ganz begeistert. Abends essen wir in einer kleinen Soda ``Typica`` Fisch in Knoblauch, der uns selten so gut geschmeckt hat. Abgesehen von einem kurzen Spaziergang, bleiben wir wegen des Wetters fast ausschließlich in der Hotelanlage, die auch ein sehr großes internationales Frühstücksbuffet bietet.

Nach zwei Tagen verlassen wir Arenal und fahren nach Monteverde

08.06.- 10.06.2008 Monteverde

Was auf der Karte so kurz erscheint, wir haben mit guten zwei Stunden gerechnet, entpuppt sich nach und nach doch zu einer längeren Reise. Fast fünf Stunden sind wir auf wirklich sehr holprigen Strassen unterwegs. Auch Hannah, die eigentlich sehr belastbar ist, fängt während der Fahrt mehrfach an zu protestieren und will nicht einschlafen. Gut durchgeschüttelt erreichen wir am Nachmittag Santa Elena. Auch hier wird vor allem Hannah freundlich vom Personal des Hotels ``Heliconia`` begrüßt. Eine Angestellte ist hier so begeistert von unserer Tochter,  dass sie Hannah nun an den folgenden Vormittagen immer mit in die Küche nimmt und sie mit diversen Süßigkeiten versorgt, Das Frühstück im Hotel unter italienischer Leitung ist sehr gut, die dunklen Zimmer wirken leider ein wenig bedrückend. Aber wir sind zufrieden und fühlen uns wohl.

Hängebrücke im Monteverde Nationalpark.
Spaziergang im Nebelwald.

 Am nächsten Morgen machen wir uns auf, denn wir wollen endlich ein wenig wandern gehen. Für Hannah haben wir einen Trägerucksack mitgenommen, damit wir sie auch auf weniger gut begehbaren Wegen leicht mitnehmen können, denn sowohl der Wanderweg `` Sendero del Bajo ``, als auch der `` Sendero Encantado `` sind mit Buggy überhaupt nicht vorstellbar. Gleich am Eingang der Wanderwege entdecken wir eine Affenfamilie, die frech zu uns herunter brüllt. Über vier Stunden sind wir hier insgesamt unterwegs und auch der mittlerweile starke Regen hält uns nicht ab weiter zu gehen, so fasziniert sind wir. Hannah macht ihren Mittagsschlaf auf dem Rücken meines Mannes und scheint ansonsten auch ganz fasziniert von der Tiefe des Waldes zu sein. Auf einer Hängebrücke, außer uns sind hier nur zwei andere Touristen, entdecken wir sogar den Quetzal, den Göttervogel der Mayas. Wir fotografieren, halten inne und staunen. Am Rand entdecken wir eine kleine grüne Schlange, die leider schnell vor uns verschwindet. Und die Geräusche des Waldes lassen uns rätseln welche anderen Tiere noch in nächster, wenn auch nicht sichtbarer Nähe sind. Man sieht hier riesige Baumfarne, bunte Blüten und Beeren und einen Wasserfall. Traumhaft, am Ende unserer Tour hört es auch endlich zu regnen auf und wir entscheiden uns noch für einen Besuch im Kolibri-Garten, der gleich nebenan kostenlos die Besucher einlädt. Der Flügelschlag, bis zu 80mal in der Sekunde, der kleinen Vögel lässt uns staunen. Da sie hier mit Futtermittel angelockt werden, können wir sie aus nächster Nähe betrachten und auch das Interesse von Hannah an diesen kleinen, so fleißigen Vögeln ist geweckt. Wir verweilen für eine Stunde dort und machen uns dann auf den Heimweg zum Hotel. Abends essen wir im Ort und gehen früh ins Bett, denn am nächsten Tag möchten wir bis Samara, an die Pazifikküste reisen und wir haben ein wenig Sorge dort auch wirklich innerhalb von fünf Stunden anzukommen, wie es unser Reiseführer verspricht.

 

Strand in Samara.

10.06.-15.06.2008 Sanara, Pazifikküste

Abgesehen von dem ersten Stück bestehend aus Schotterstrassen mit Schlaglöchern und den schlecht beschilderten Wegen, wir müssen dreimal anhalten und fragen, kommen wir aber schneller als gedacht in Samara an. Wir wissen mittlerweile wieder den Vorzug einer Autobahn zu schätzen, denn der größte Teil der Strecke ist so leicht befahrbar und die Höchstgeschwindigkeit von 80km/h erscheint uns nun sogar schnell zu sein! Wir freuen uns auf das Meer und möchten unsere letzten Tage hier an der Pazifikküste genießen. Die Sonne scheint und wir entscheiden uns für das ``Samara Beach `` Hotel mit Pool in unmittelbarer Nähe zum Strand. Der Ort wirkt ähnlich wie Talamanca, auch hier ist diese Leichtigkeit zu spüren. Der Strand ist zum Glück ziemlich leer, auch dieser Ort wirkt zu mindestens jetzt und zwar in der Nebensaison noch sehr ursprünglich.  Am Strand spielen die Ticos Fußball, die EM hat begonnen und wir sind überrascht mit welchem Interesse auch hier die Spiele von den Einheimischen verfolgt werden. Wir essen abends oft und gerne im ``Soda El Jardin Marino`` landestypischen Reis mit Bohnen, Hühnchen, Fleisch oder Fisch. Aber auch den Italiener im nebenan liegenden Hotel ``Giada`` können wir empfehlen. Unsere letzten Tage in Costa Rica gehen zu Ende. Wir sind viel am Strand, lesen, machen Spaziergänge, genießen das gute Essen und möchten am liebsten nicht mehr fort von hier. Hannah ist auch im Hotel ``Samara Beach`` ständiger Küchengast, immer kommt sie mit Süßigkeiten wieder zurück und wird von allen Angestellten bestaunt. Schade, dass wir schon wieder zurück müßen!

 

Die Ticas lieben Kinder.

15.06.-16.06.08 Alajuela / Rückreise

Die Fahrt nach Alajuela verläuft vollkommen problemlos. Nach fast vier Stunden erreichen wir unser gebuchtes Hotel `` Buenavista``. Leider ist es wieder am Regnen und da wir erst am Nachmittag ankommen, bleibt uns keine Zeit mehr für einen weiteren Ausflug. Wir essen und zwar sehr gut in dem hoteleigenen Restaurant und machen einen kleinen Spaziergang durch den ``Coffee Trail`` und genießen die Aussicht vom Hotel.

Nach einem kleinen Frühstück am nächsten Morgen, werden wir schon früh zum Flughafen gebracht. Unsere Rückreise beginnt. Zum Glück müssen wir beim Rückflug nicht wieder in Santo Domingo aussteigen, sondern können in der Maschine sitzen bleiben. Im Vergleich zu der Kinderfreundlichkeit der Ticos, kommt uns das Bordpersonal gegenüber Hannah sehr unfreundlich vor. Hannah spielt im Flugzeug, der zusätzliche Platz durch den Babykorb wird mit Legosteinen gefüllt. Ab und zu gehen wir mit ihr auf und ab und sind froh, als sie früh abends noch für ein paar Stunden schläft. Die Zeitverschiebung ist auch im nachhinein für Hannah bei der Rückreise kein großes Problem. Bereits nach zwei Tagen in Deutschland hat sie ihren ``alten`` Rhythmus wieder angenommen. Ja, und wir, wir reden noch häufig über unsere schöne, unvergessliche Zeit in Costa Rica!